Alter Sportplatz, Schießstand und Kegelbahn in Parma, Westbahn, Schule, … Viele alte Dokumente gehen jedes Jahr verloren. Viele Erfahrungsträger können wir nicht mehr befragen. Einiges sollte aber für die Nachwelt bewahrt werden.
Berliner Straße
Diese Straße hieß früher Cottbuser Straße. Sie gehörte zu Obercantdorf. Hier wohnten Handwerker, Händler und Fabrikarbeiter, in Untercantdorf bestimmten die Bauernhöfe das Straßenbild zwischen Lindenplatz und Wilhelmsthal. In der Berliner Straße gab es vor dem Krieg mehrere Geschäfte, selbst einen Zigarrenladen hatte Cantdorf und natürlich eine Mühle, eine Schmiede, Friseur, Fleischer, Bäcker, Gemüseladen, Café Tschacks und Schützenhaus Parma.
Feuerwehr
Das Spritzenhaus verlor vermutlich in den 60er Jahren seinen Turm. Das Haus wird noch zum Unterstellen von Gerätetechnik der Spremberger Feuerwehr genutzt.
Gartenstraße
Die Gartenstraße hat heute den Namen “Am Bach”. Die Holperstraße ist bekannt durch seine vielen kleinen Brücken über die Kochsa. Die Zeichnung aus den 30er Jahren zeigt Gartenstraße 9. Es scheint noch kein Straßenpflaster zu geben. Der Rinnstein ist aber schon verlegt. Die Zeichnung von J. Kirilenko wurde Frank Jannack vor Jahren zum Kauf angeboten. Sie entstand wohl 1945, als Verbände der polnische Armee in Spremberg stationiert waren. Die Straße hat nun ihre Holpersteine. An den Brücken fehlen die Geländer. Möglicherweise wurden sie auch Kriegsbeute.
Gasthof Parma
Der Gasthof Parma existiert nicht mehr. Einige Mauerreste der Kegelbahn sind noch zu finden. Es muss ein sehr beliebtes Ausflugslokal gewesen sein und hatte den Krieg wohl gut überstanden. Auch nach dem Krieg fanden hier noch Tanzveranstaltungen statt. Später sollten dort Küchen verkauft werden und schließlich wurde es abgerissen. Nach der Wende gab es Pläne dort einen Wohnpark aufzubauen. Es wurde auch begonnen… nun wachsen dort wieder Pilze.
Jugendleben
Sportliche Aktivitäten, Traditionspflege (Zampern, Osterfeuer, Maibaumstellen) Tanzveranstaltungen, Kinoaufführungen bei Udo und die Jugendgruppe der freiwilligen Feuerwehr Cantdorf, das waren so etwa die Freizeitmöglichkeiten. Mit Fertigstellung des Stausees kam auch etwas Strandleben dazu.
Maibaumstellen
Vom Maibaumstellen kursieren diverse Geschichten. Noch in den 70er Jahren mussten die Bäume bewacht werden, damit die bösen Buben aus den Nachbardörfern diese nicht in der Nacht zum 1. Mai absägen konnten. Teilweise sollten auch mit eigegrabene Eisenbahnschienen das Absägen verhindern. Die Cantdorfer FDJ-Gruppe hat Fotos von ihren ersten Maibaumstellen 1968 und 1969 hinterlassen.
Schule
Das erste Schulgebäude von Cantdorf soll im Spinnerweg gestanden haben. In den 30er Jahren wurde bereits im Gebäude der jetzigen Kindertagesstätte unterrichtet. Ein Enkel von Lehrer Kranz hat einige Fotos bereitgestellt. Bis zum Frühling 1945 soll mindestens noch unterrichtet worden sein. Heute gibt es keine Schule mehr in Cantdorf.
Sport
Das Cantdorf einmal einen Sportplatz hatte, ist kaum noch bekannt. Er ist auch schwer zu finden und nicht mehr als solcher zu erkennen. Der Wald hat ihn sich zurückgeholt. In Parma gab es eine Kegelbahn und auf der anderen Straßenseite soll es einmal einen Schießstand gegeben haben.
Westbahn
Im Jahr 1907 soll die erste Bahn auf der regelspurigen Strecke nach Haidemühl unterwegs gewesen sein. Von dort ging es weiter nach Petershain. Der Bahnbetrieb endete 1947.
Wilhelmsthal
Eine alte Postkarte zeigt uns Wilhelmsthal als Ausflugslokal. Der Gebäudekomplex muss im 1. Weltkrieg als Lazarett genutzt worden sein. Irgendwann wurde eine Turbine zur Stromerzeigung eingebaut. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es von der Sowjetarmee (oder polnischen Armee?) genutzt. In den 50er Jahren waren dort Blinde und Sehschwache untergebracht. Seit dem Umzug ins BWS stehen die meisten Gebäude leer.
Zampern
Diese Zamperbilder stellte Doris zur Verfügung. In den 70er Jahren belebte die FDJ-Gruppe die Zampertradition wieder neu. Heute wird das Zampern über den Heimatverein organisiert.