Cantdorfer Kinonacht
Martin Mrose
- 2 Minuten - 260 WörterGestern fand die Cantdorfer Kinonacht im Vereinshaus statt. Nach bereits großem Interesse bei der Voranmeldung war es mit schätzungsweise 50-60 Gästen entsprechend voll im Saal.
Michael Apel hat mit Witz und Annekdoten durch den Abend geführt, der ganz im Stile von Willi Schwabes Rumpelkammer stand, die eine der am längsten laufenden Sendungen im DDR-Fernsehen war (1955-1990).
Mitgebracht hatte er eine ebenso interessante wie unterhaltsame Auswahl an Filmszenen mit Größen wie Hans Moser, Heinz Rühmann, Hans Albers und Theo Lingen. Die meisten Ausschnitte stammten aus der Zeit zwischen Mitte der 1930er- und den frühen 1940er-Jahren und waren – entsprechend ihrer Entstehungszeit – in Schwarz-Weiß gehalten. Sie spiegeln eindrucksvoll das Unterhaltungskino jener Epoche wider, das trotz politisch schwieriger Rahmenbedingungen auf Leichtigkeit, Humor und Eskapismus setzte.
Die Szenen entstammten aus den Filmen Opernball (1939), Der Mustergatte (1937), Der Mann, der Sherlock Holmes war (1937), Die Maske in Blau (1943), Glückskinder (1936), Der Mann, von dem man spricht (1937) und Sieben Jahre Pech (1943). Diese Werke verbindet ihr Fokus auf Verwechslungskomödien, romantische Verwicklungen und charmante Hochstaplerfiguren – Motive, die besonders von Heinz Rühmann und Theo Lingen geprägt wurden.
Einen spannenden Kontrast und Abschluss des Abends bildete der letzte, deutlich später entstandene Film Manche mögen’s heiß (1959). Obwohl er aus einer anderen Zeit und einem anderen kulturellen Kontext stammt, knüpft er mit seinem Spiel um Identitätswechsel, Verkleidung und temporeichen Wortwitz an die Tradition der früheren Komödien an. So wurde sichtbar, wie sich bestimmte humoristische Motive über Jahrzehnte hinweg weiterentwickelten – von der deutschsprachigen Filmkomödie der 1930er- und 1940er-Jahre bis hin zur internationalen Filmklassik der Nachkriegszeit.
